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Biochemische Wirkung und Studien

Lithium

Lithium ist nicht nur Medikament und Batteriematerial, sondern ein Spurenelement, das wir täglich über Trinkwasser und Nahrung aufnehmen. Wie viel, entscheidet der Wohnort: Je nach Boden schwankt der Gehalt im Wasser um das Dreissigfache. Diese natürliche Ungleichverteilung macht Regionenvergleiche möglich – und die zeigen ein auffällig stabiles Muster.

Wo mehr Lithium im Trinkwasser ist, gibt es messbar weniger Suizide, Gewalt- und Drogendelikte. Erstmals beschrieben 1990 in Texas, 2009 unabhängig in Japan wiedergefunden, 2011 in Österreich mit 6'460 Wassermessungen am gründlichsten untersucht. Rechnet man soziale Faktoren heraus, bleibt der Zusammenhang bestehen: rund 7 % weniger Suizidsterblichkeit pro 10 µg/L.

Bei medizinischen Dosen – 50- bis 200-mal höher – zeigt sich etwas anderes: Wer Lithium über Jahre einnimmt, erkrankt etwa ein Drittel seltener an Demenz, und Hirnscans zeigen mehr graue Substanz und einen grösseren Hippocampus. 2025 kam der Fund hinzu, dass im Alzheimer-Gehirn Lithium fehlt; bei Mäusen war das umkehrbar. Selbst Kleinstdosen wirkten in einer Pilotstudie: 113 Patienten nahmen 15 Monate täglich 300 µg, ihre Gedächtnisleistung blieb stabil statt abzusinken.

Quellen

Regionenvergleiche

  • Schrauzer 1990
  • Ohgami 2009
  • Kapusta 2011
  • Kabacs 2011
  • Blüml 2013
  • Dän. Kohorte 2017
  • Metaanalyse 2020

Medizinische Dosen

  • Kessing 2008
  • Hajek 2012
  • Nunes 2013
  • Gerhard 2015
  • Sun 2018
  • Forlenza 2019
  • Chen 2022
  • Metaanalyse 2024
  • Nature 2025